Während Christen weltweit in die Fastenzeit eintreten, hat der Generalsekretär der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen einen Hirtenbrief veröffentlicht, in dem er die Kirchen zu erneuter Treue, Gerechtigkeit und mutiger Nachfolge inmitten sich verschärfender globaler Krisen aufruft.
Pfarrer Philip Vinod Peacock reflektiert über die Fastenzeit als eine Reise in die Wüste in einer Zeit, in der „ein Großteil unserer Welt das Gefühl hat, in einer selbst geschaffenen Wüste umherzuirren“. Als Zeichen einer globalen Ordnung, die zunehmend von Herrschaft statt von Dienst geprägt ist, nennt er die eskalierende Militarisierung, die Aushöhlung und Instrumentalisierung des Rechts, die Unterdrückung abweichender Meinungen, den Aufstieg des Autoritarismus, die zunehmende wirtschaftliche Ungleichheit und die zunehmende Zerstörung der Schöpfung.
Ausgehend von der Erzählung im Evangelium über die Versuchung Christi in der Wildnis versteht Peacock die Fastenzeit nicht als Rückzug aus den Turbulenzen der Welt, sondern als Vorbereitung auf ein glaubwürdiges Engagement in ihr. Als Jesus sich weigert, Steine in Brot zu verwandeln, lehnt er Systeme ab, die auf Abhängigkeit und Kontrolle beruhen, und verweist stattdessen auf Gottes Ökonomie der Gerechtigkeit – eine Ökonomie, in der es genug für alle gibt und die Würde wiederhergestellt ist.
In einer Welt, die von starker Ungleichheit geprägt ist, sind Kirchen dazu aufgerufen, über Wohltätigkeit, die das Gewissen beruhigt, hinauszugehen und sich für Gerechtigkeit einzusetzen, die Strukturen verändert und Beziehungen neu ordnet. In der Weigerung Christi, sich aus dem Tempel zu stürzen, sieht der Brief eine Ablehnung von Spektakel, Angst und Manipulation. In einem Zeitalter der Sensationslust und der instrumentalisierten Religion, schreibt Peacock, ist treue Nachfolge keine dramatische Selbstdarstellung, sondern beständiger Gehorsam, der auf Vertrauen basiert. Ebenso entlarvt Christus durch seine Ablehnung der Reiche der Welt das, was der Brief als Götzendienst der Rasse, Nation, Kaste, des Patriarchats, des Kapitalismus und anderer Hierarchien beschreibt, die einigen auf Kosten anderer Vorteile sichern. Die Stärke der Kirche, schreibt er, liege nicht in der Herrschaft, sondern darin, Gemeinschaften zu verkörpern, die Gottes Herrschaft durch Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Demut widerspiegeln.
Der Aufruf zur Integrität in der Fastenzeit prägt auch die laufende Arbeit der Gemeinschaft in Hannover. Die Ausarbeitung eines neuen Strategieplans, der dem Exekutivausschuss im Mai vorgelegt werden soll, ist Teil der Überlegungen, wie die weltweite Gemeinschaft ihre gemeinsame Berufung leben will. Zum Abschluss der Generalversammlung betont Peacock, dass Governance, Rechenschaftspflicht und sorgfältige Verwaltung Ausdruck von Gemeinschaft und Vertrauen sind.
Er bedankt sich auch für den Dienst des emeritierten Generalsekretärs, Rev. Dr. Setri Nyomi, dessen Arbeit die Fertigstellung der Finanz- und Narrativberichte sicherstellte. Das endgültige Protokoll der Generalversammlung wird auf die Website der WCRC hochgeladen, was das Bekenntnis der Gemeinschaft zu Transparenz und gemeinsamer Entscheidungsfindung unterstreicht.
„Während wir diese 40 Tage durchlaufen“, schreibt Peacock, „ist die Wüste kein Ort der Verlassenheit, sondern der Prüfung und Verwandlung.“ Er ruft die Mitgliedskirchen dazu auf, in ihrem Zeugnis auszuharren, in ihrem Engagement für Gerechtigkeit standhaft zu bleiben und ihr Vertrauen in Gottes tragende Gegenwart zu vertiefen.
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(Übersetzung mit DeepL)