Nachrichten

Heute ist Thursdays in Black, eine weltweite Bewegung, die sich für eine Welt ohne Vergewaltigung und Gewalt einsetzt. Menschen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften tragen Schwarz, um ihre Solidarität mit Überlebenden zu bekunden und ein Zeichen gegen Systeme zu setzen, die geschlechtsspezifische Gewalt ermöglichen. An diesem Tag hat die Geschichte von Janejinda „Jane“ Pawadee eine besondere Bedeutung.

In den ruhigen Hügeln Nordthailands, wo Kultur, Glaube und Tradition aufeinander treffen, steht Jane jeden Tag mit einem Ziel vor Augen auf. Sie ist Juristin, Sozialarbeiterin und Menschenrechtsaktivistin – vor allem aber eine Stimme für die Stimmlosen.

„Ich wurde in einem Land geboren, in dem Frauen unterdrückt, diskriminiert und ungleich behandelt wurden“, erzählt Jane in ihrer Geschichte „Frauen“ in der Publikation Stories of Perseverance. Dieses Magazin steht im Einklang mit dem Thema der bevorstehenden 27. Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen in Chiang Mai, Thailand: „Beharrt in eurem Zeugnis”. Es präsentiert aktuelle und fesselnde Geschichten, die die Leser auf eine bewegende Reise voller Glauben, Mut und Widerstandskraft mitnehmen. Von biblischen Erzählungen bis hin zu modernen Kämpfen gegen Rassismus und Vertreibung zeigt das Magazin, wie Gemeinschaften weltweit trotz widriger Umstände durchgehalten haben. Diese eindrucksvollen Zeugnisse – sowohl von Kirchen als auch von Einzelpersonen – laden die Leser dazu ein, Hoffnung, Gerechtigkeit und Solidarität anzunehmen.

Janes Geschichte beginnt mit einem Trauma. Im Alter von fünf oder sechs Jahren wurde sie sexuell missbraucht. Später, als Studentin, entkam sie nur knapp einer Vergewaltigung durch einen vertrauten Freund – jemanden, der später ordinierter Pfarrer wurde. Auch in ihrer Ehe litt sie unter emotionaler Gewalt. Und als sie sich für eine Führungsposition in der Kirche bewarb, wurde sie zugunsten eines weniger qualifizierten Mannes übergangen.

Aber nichts davon brachte sie zum Schweigen.

„Es ist leicht, zu schweigen, wenn uns Schlimmes widerfährt“, schrieb sie. „Aber ich habe mich entschieden, meine Erfahrungen zu teilen, um diejenigen zu ermutigen und zu stärken, die sich aus vielen Gründen nicht trauen, ihre Stimme zu erheben.“

Für Jane ist Gerechtigkeit kein abstraktes Ideal. Sie ist eine tägliche Mission.

Sie hat mit der Church of Christ in Thailand, der International Justice Mission und LIFT International zusammengearbeitet und dabei geholfen, Frauen und Kinder aus ausbeuterischen Verhältnissen zu befreien – aus Karaoke-Bars, die als Bordelle betrieben und von Zuhältern und Menschenhändlern kontrolliert wurden.

„In meinem Alltag erhalte ich oft Anrufe mit Bitten um Hilfe oder Rat wegen sexuellen Missbrauchs oder Belästigung“, sagte sie. „Als Erstes höre ich aufmerksam zu und sage den Opfern oder ihren Eltern, dass sie sich keine Vorwürfe machen sollen.“

Jane spricht als Überlebende und Sozialarbeiterin. Aber auch als Frau mit unerschütterlichem Glauben.

„Ich lebe mein Leben für Gott und diene den Unterdrückten“, sagt sie. „Ich habe keine Angst vor Schaden oder Gefahr, weil ich glaube, dass Gott über mich wacht und mir Kraft gibt.“

Ihr Glaube an Gerechtigkeit entspringt ihrem Glauben. Für Jane ist die Kirche nicht nur ein Ort der Anbetung, sondern ein Raum, der Gottes radikale Liebe zu den Ausgegrenzten widerspiegeln muss.

„Als Menschen Gottes dürfen wir nicht zulassen, dass unsere Schwestern, Brüder und Kinder, die um uns herum leben, unterdrückt werden“, sagt sie. „Wir müssen uns für Gerechtigkeit einsetzen und Gottes Liebe durch unser Handeln bezeugen.“

Das Thema der diesjährigen Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen – „Beharrt in eurem Zeugnis“ – findet in Jane Pawadee eine klare Verkörperung. Ihr Leben ist nicht nur ein Zeugnis der Beharrlichkeit, sondern auch des prophetischen Mutes. Sie stellt patriarchalische Systeme in Frage, bekämpft Straflosigkeit und steht an der Seite derer, die von Institutionen, einschließlich der Kirche, oft vergessen werden.

Sie erinnert uns auf scharfe, aber hoffnungsvolle Weise daran, dass der Ruf zum Glauben auch ein Ruf zur Gerechtigkeit ist.

„Warum tragen nur Frauen und Mädchen diese Last? Warum nicht auch Männer?“, fragte sie. „Ich bin besorgt über die Ungleichheit, die in unseren Familien, Gesellschaften, Kirchen und Gemeinschaften angegangen und thematisiert werden muss.“

Janes Überlegungen finden gerade jetzt besondere Resonanz, da die weltweite Kirche in ihrem Heimatland zusammenkommt, um zu überlegen, wie sie in einer zerrissenen Welt glaubwürdig Zeugnis ablegen kann.

Durch „Stories of Perseverance“ werden die Leser in ein Gewebe heiliger Erzählungen eingeladen. Janes Stimme ist eine unter vielen – geprägt von Schmerz und gemildert durch eine tiefe Liebe zur Menschheit und zu Gott.

„Unsere Verantwortung ist es, eine prophetische Stimme für die Unterdrückten zu sein und sie aufzurichten“, bekräftigt sie.

In dieser Berufung steht sie nicht allein, sondern in einer Gemeinschaft, die zuhört, klagt, lernt und handelt.

Jane trägt Jesaja 54,14 tief in ihrem Herzen: „In Gerechtigkeit wirst du gegründet sein, und Gewalttätigkeit wird fern von dir sein, und du wirst nichts zu fürchten haben.“

Möge ihr Zeugnis uns alle bewegen – über Worte hinaus zu mutigem Handeln.

Hinweis: Wenn Janes Geschichte Sie inspiriert hat, laden wir Sie ein, Ihre eigene Geschichte von Ausdauer und Mut zu teilen, indem Sie sie an folgende E-Mail-Adresse senden: anam.gill@wcrc.eu

(Übersetzung mit DeepL)