Wir laden alle Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen und die gesamte christliche Gemeinschaft ein, sich dem Gebet für unsere Schwestern und Brüder in der Slowakei anzuschließen.
Die Erinnerungen an die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg prägen weiterhin das Leben und die Gemeinschaften. Die Erfahrung kollektiver Schuld, der Verlust der Bürgerrechte, die Beschlagnahmung von Privat- und Kircheneigentum und die Zwangsumsiedlung von Familien haben Wunden hinterlassen, die noch nicht vollständig verheilt sind. Diese Realitäten sind Teil unserer gemeinsamen Geschichte im Karpatenbecken und rufen uns nicht zur Spaltung, sondern zu tieferer Solidarität in Christus auf.
Wir glauben, dass die in Liebe ausgesprochene Wahrheit keine Bedrohung für den Frieden darstellt, sondern ein Weg zur Versöhnung ist. Deshalb beten wir für eine Atmosphäre in der Slowakei – und in der gesamten Region –, in der eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Geschichte in Würde, gegenseitigem Respekt und Mut stattfinden kann. Möge der Dialog nicht von Angst geprägt sein, sondern von einem gemeinsamen Engagement für Gerechtigkeit und Heilung.
Wir beten darum, dass Ungerechtigkeiten auf eine Weise angegangen werden, die sowohl der historischen Wahrheit als auch dem heutigen Zusammenleben gerecht wird. Mögen solche Schritte, die in gutem Glauben unternommen werden, dazu beitragen, das Vertrauen zwischen den Gemeinschaften wiederherzustellen und das Gemeinwohl zu stärken. Wir beten darum, dass diese Ungerechtigkeiten nicht instrumentalisiert werden, um die spaltende Politik in der Region und darüber hinaus aufrechtzuerhalten. Es gibt konkrete Beispiele für Versöhnung, die historische Ungerechtigkeiten berücksichtigen und auf die wir schauen können.
Lasst uns für die Führer und Entscheidungsträger der Slowakei beten:
dass ihnen Weisheit, Geduld und Mitgefühl zuteilwerden möge;
dass sie Versöhnung statt Polarisierung anstreben mögen;
und dass sie die Würde und die Rechte aller Bürger achten mögen.
Vor allem beten wir für unsere Schwestern und Brüder in der Slowakei:
dass sie im Glauben gestärkt, in der Hoffnung bestärkt und in der Liebe erneuert werden mögen.
Mögen sie weiterhin Zeugnis für Christus ablegen als Werkzeuge der Versöhnung in ihrem Land.
Als eine Gemeinschaft stehen wir zusammen – nicht in Opposition, sondern im Gebet; nicht in Anklage, sondern in Hoffnung – im Vertrauen darauf, dass der Gott der Wahrheit und Barmherzigkeit alle unsere Völker in eine Zukunft führen wird, die von Gerechtigkeit, Frieden und wiederhergestellter Gemeinschaft geprägt ist.
„Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9) (Übersetzung mit DeepL)