Mit schwerem Herzen schließen wir uns in der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WCRK) unseren Glaubensgeschwistern und allen Menschen guten Willens weltweit an, um den tragischen Verlust von Menschenleben und die Gewalt zu betrauern, die der bei der Pride-Feier in Berlin versammelten Gemeinschaft zugefügt wurde. Am Samstag, dem 25. Juli, fuhr ein Fahrzeug in eine Menschenmenge beim Berliner Christopher-Street-Day-Festival, wobei eine Person noch am Unfallort starb und mindestens 29 Menschen verletzt wurden.
Diese Tragödie trifft unsere Gemeinschaft besonders nahe, da Carlos Tomayo, ein langjähriges Mitglied und aktiver Teilnehmer der WCRC, in der Menschenmenge von dem Fahrzeug erfasst wurde. Tomayo war als Übersetzer, Programmteilnehmer und in verschiedenen Funktionen innerhalb der WGRK tätig. Er ist zudem der Sohn von Dora Arce-Valentín, der ehemaligen Exekutivsekretärin für Gerechtigkeit und Partnerschaft. Wir danken Gott für seine Unversehrtheit und Genesung und schließen ihn in unsere Gebete ein, während er die tiefe Trauer nach dieser Tragödie bewältigt.
Als Menschen der Reformation bekennen wir, dass wir berufen sind, eine Gemeinschaft der Gerechtigkeit und des Mitgefühls zu sein. Diese Tragödie trifft den Kern dieser Berufung. Sie ist ein Angriff auf die innewohnende Würde jedes Menschen, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist. Wir weinen mit denen, die weinen (Römer 12,15), und wir schließen die Opfer, die Verletzten, die Traumatisierten und die Ersthelfer, die angesichts eines solchen Chaos ihre eigene Sicherheit riskiert haben, in unsere Gebete ein.
Wir beten zu einem Gott der Barmherzigkeit, der die Zerbrechlichkeit unserer sterblichen Körper und die Tiefe unserer Trauer kennt. Wir beten für eine Welt, in der solche Gewalt nicht das letzte Wort hat, in der Heilung überfließt und in der der Geist des Friedens den Geist des Hasses zunichte macht.
Lasst uns gemeinsam beten.
Gnädiger und allmächtiger Gott,
Du bist die Quelle allen Lebens und die Grundlage unserer Hoffnung. Wir bringen dir die Stadt Berlin und alle dar, die durch diese unaussprechliche Gewalttat erschüttert wurden.
Wir bitten um deinen Trost für die Trauernden. Sei den Hinterbliebenen nahe, am Bett der Verwundeten und in den unruhigen Herzen derer, die Zeugen des Terrors wurden. Schenke ihnen deinen Frieden, der alles Verstehen übersteigt.
Wir beten für die Weltgemeinschaft, die diese Tragödie mit Entsetzen miterlebt. Verwandle unseren Schock in Taten, Herr. Lass uns nicht in Angst zurückweichen, sondern führe uns in das Werk der Versöhnung. Durch deinen Geist beten wir darum, dass die Kirche ein Zufluchtsort radikaler Inklusion und eine Stimme sei, die angesichts des Hasses den Mächtigen die Wahrheit sagt.
Wir beten gegen den Geist der Gewalt, der zu spalten und zu zerstören sucht. Wir bitten nicht um Rache, sondern um Gerechtigkeit; nicht um Vergeltung, sondern um Heilung. Mögen die Familien und Freunde der Opfer Kraft in der Gemeinschaft der Heiligen finden, und mögen die Täter dieses Übels dem gerechten Urteil Gottes begegnen.
Wir bitten darum, dass im Schatten dieser Tragödie das Licht Christi umso heller leuchten möge. Wir beten, dass alle Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, ihrer ethnischen Zugehörigkeit und ihrem Glauben, erkennen mögen, dass sie geliebte Kinder Gottes sind. Gib uns den Mut, einander zu lieben, auch wenn die Welt auf Hass besteht.
All dies bitten wir im mächtigen Namen Jesu Christi, der gestorben und auferstanden ist und der mit dir und dem Heiligen Geist herrscht, ein Gott, jetzt und in Ewigkeit. Amen. Übersetzt mit DeepL